Was war das für ein irres Wochenende in Graz. Zu Beginn gleich mal danke an den Organisator Raimund Postl, der mit seinem Team für großartige Rahmenbedingungen gesorgt hat.
Am Samstag standen wir im ersten Halbfinale dem KK Zadar gegenüber. Wir sahen uns dabei auf Augenhöhe mit den Kroaten. Das Spiel gegen Kleinwarasdorf war für uns abgehakt und deshalb gingen wir auch mit viel Selbstvertrauen in dieses Spiel.
Martin Rathmayer, Matthias Zatschkowitsch und Patrick Fritz bildeten das Starttrio. Martin bekam es mit Weltrekordhalter Congor Baranj zu tun. Nach 60 Wurf stand es 1:1 und noch alles war möglich. Doch mit einem völlig vermasselten Vollespiel von Martin konnte er dem Serben nicht mehr gefährlich werden. Im letzten Satz spielten beide wieder auf einem höheren Niveau und auch dieser Satzpunkt ging an Zadar. Damit gewann Baranj mit 3:1 und 649 zu 620 Kegel. Matthias kämpfte gegen den Ex-Neunkirchner Radovan Vlajkov, wobei die ersten beiden Bahnen klar an unseren Kapitän gingen. Matthias agierte weiter auf Topniveau, aber der Serbe wurde nun stärker und konnte mit 180 zu 174 Kegel auf 2:1 verkürzen. Im letzten Satz setzte sich Matthias wieder durch und erzielte bei drei Satzpunkten die Turnierbestleistung von 689 Kegel. Patrick startete gegen Milan Uzelac denkbar schlecht ins Spiel und lag nach der ersten Bahn bereits 22 Kegel zurück. Im zweiten Satz erkämpfte er sich einen halben Satzpunkt. Ab diesem Zeitpunkt startete Patrick richtig durch, sicherte sich den dritten Satzpunkt und brachte sich auch kegelmäßig wieder an seinen Gegner heran. Im letzten Satz hatte er den engeren Atem und entschied ein enges Duell mit 2,5 zu 1,5 Satzpunkten und 602 zu 597 Kegel für sich. Was für ein wichtiger Mannschaftspunkt, denn dieser verbesserte unsere Ausgangslage für den zweiten Durchgang extrem.
Mit 4 Kegel Vorsprung gingen Honza Mecerod, Michal Kratochvil und Lukas Temistokle auf die Bahn. Im letzten Durchgang ging es kegelmäßig hin und her, das Spiel stand ständig auf Messers Schneide, alle drei Duelle waren eng und so fühlte man die Anspannung in der gesamten Kegelhalle. Luki und Honza starteten überschaubar ins Spiel, Luki konnte dennoch den ersten Satz knapp gewinnen. Michal startete richtig gut und nahm der Nr. 1 der Kroaten Hrvoje Marinovic gleich den ersten Satzpunkt ab. Minus zwei Kegel. Auf der zweiten Bahn konnte sich Honza ordentlich steigern und den Satzpunkt ergattern. Michal spielte weiterhin stark, verlor aber gegen einen noch stärkeren Marinovic den Satzpunkt und Luki holte erneut mit einer ausbaufähigen Leistung den Satzpunkt. 13 Kegel plus. Nun zeigte aber auch Luki eine starke Leistung und holte sich frühzeitig unseren dritten Mannschaftspunkt. Honza bestätigte seine starke zweite Bahn mit einer noch besseren dritten Bahn und ging mit 2:1 in Führung. Michal verlor etwas an Boden, blieb aber noch immer an Marinovic dran. 19 Kegel plus. Michal lag im letzten Satz 16 Kegel im Volle voran, hatte wieder die Chance auf den Mannschaftspunkt, während Honzi ins Volle an Boden verlor und das Duell nochmal ordentlich eng wurde. Zu guter Letzt verlor Honzi ebenso bei 2:2 Satzpunkten mit 618 zu 622 Kegel, wie Michal bei 619:626 Kegel. Aber Gott sei Dank machte Luki mit einem 8er auf dem letzten Wurf alles klar und sicherte uns den Finaleinzug mit einem hauchdünnen Kegelvorsprung von 3748:3741 Kegel.
Natürlich war die Freude danach grenzenlos. Die Medaille war fix und der KSK Union Orth stand somit im Finale der Champions League – GEIL!
Am Sonntag stieg dann das große Finale. Die beste Mannschaft der Welt, der SKV Rot Weiß Zerbst stand uns gegenüber. Schwieriger könnte die Aufgabe gar nicht sein. Wir wussten, dass wir nur eine Chance hatte die Deutschen in Bedrängnis zu bringen und uns somit das Momentum zu schnappen. Wir starteten mit Martin, Matthias und Lukas und hofften natürlich alle drei Mannschaftspunkte und viele Pluskegel für uns zu holen. Das Zerbst damit rechnen würde, war uns bewusst. Matthias und Luki erwischten gegen Weiß und Wilke einen Traumstart, hatten beide nach zwei Bahnen über 350 Kegel auf der Anzeigetafel stehen und zwei Satzpunkte gesammelt. Nur Martin hinkte hinterher und kam nicht wirklich ins Laufen. Einen Satzpunkt konnte aber auch er gegen Robert Ernjesi gewinnen. Das war es dann jedoch auch. 3x unter 150 Kegel ist für ein Champions League Finale einfach viel zu wenig und so blieb der Mannschaftspunkt klar beim serbischen Nationalspieler. Luki konnte den Mannschaftspunkt bereits im dritten Satz für sich entscheiden und war weiterhin auf 700er Kurs. Am Ende wurden es sehr sehr starke 670 Kegel. Matthias fand leider auf der dritten Bahn überhaupt nicht zu seinem Spiel und plötzlich übernahm Manuel Weiß die Oberhand in dem Duell. Im letzten Satz verpasste Matthias um 8 Kegel den siegbringenden halben Satzpunkt und so blieb der Mannschaftspunkt mit 670 zu 657 Kegel bei den Zerbstern.
23 Kegel lagen wir zurück. Patrick startete mit seinem Gegner Timo Hoffmann gleichmäßig schlecht ins Spiel und gewann die Bahn mit überschaubarem Niveau. Danach ließ Hoffmann allerdings so gut wie nichts mehr zu. Der deutsche Routinier legte 187 Kegel nach und zog Patrick so auf und davon. Der Mannschaftspunkt ging am Ende klar mit 3:1 und 632 zu 577 Kegel an den Kapitän der Zerbster. Michal Kratochvil hielt auch im Finale über weite Strecek mit seinem Gegner Igor Kovacic mit. Doch am Ende gewann der Serbe aufgrund des besseren Vollespiels mit 3:1 und 612 zu 580 Kegel. Äußerst vielversprechend startete Honza Mecerod ins Spiel (112 Volle). Doch im Abräumen riss der Faden und von diesem Zeitpunkt an, lieferte er eine durchschnittliche Leistung, die am Ende ebenso mit 1:3 für seinen Gegner Flo Fritzmann endete.
Endergebnis war ein klares 7:1 für den großen Favoriten aus Deutschland.
Wir haben schon vor dem Spiel gewusst, dass wirklich alles zusammenpassen muss, um den deutschen Meister zu ärgern.
Nichtsdestotrotz ist dieser 2. Platz in der Champions League der größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Wir haben definitiv an diesem Wochenende gezeigt, dass wir nicht zufällig im Finale stehen und dass wir mit den besten Mannschaften der Welt durchaus mithalten können.
Am Ende dürfen wir uns noch bei allen mitgereisten Fans bedanken, die für eine tolle Atmosphäre auf der Kegelbahn gesorgt haben und die es wirklich zu einem Heimspiel für uns gemacht haben.