Nach der 3:5-Niederlage im Hinspiel waren die Chancen für den Aufstieg gegen den KK Neumarkt durchaus gegeben. Allerdings zeigten uns die Italiener im Rückspiel doch etwas die Grenzen auf. Mit einem klaren 7:1-Sieg konnten sich die Südtiroler das Ticket für das Halbfinale sichern.
Allerdings war es ein sehenswertes Spiel von beiden Seiten und das vor einem vollen Kegelsportzentrum. Daher gleich mal zu Beginn ein Dankeschön an alle Fans, die uns bei diesem Spiel so toll unterstützt haben und die uns dieses Spiel zu etwas besonderem gemacht haben. Auch ein großes Dankeschön an alle Helfer im Vorfeld und natürlich auch während des Spiels.
Kommen wir nun zum Spiel. Beide Mannschaften taktierten bei ihren Aufstellung. Neumarkt schickte im ersten Durchgang zwei Ersatzspieler auf die Bahn. Wir als Heimmannschaften setzten unsere zwei Ersatzspieler jeweils auf Bahn 1 im zweiten und dritten Durchgang. Neumarkt versuchte damit im ersten Durchgang mit Vilmos Zavarko unseren Martin Rathmayer zu attackieren und dies gelang auch. Denn wir begannen das Spiel mit Michal Kratochvil und eben Martin Rathmayer. Doch Martin wehrte sich gehörig gegen den besten Kegler der Welt. Auf der ersten Bahn knöpfte er Zavarko mit 188 zu 182 Kegel den Satzpunkt ab und die zweite Bahn gewann er mit 167 zu 164 Kegel. Der Serbe stand somit schon mit dem Rücken zur Wand, aber Martin war bewusst, dass er zumindest noch einen 180er Bahn benötigen würde um das Duell auch wirklich zu gewinnen. Im dritten Satz vermasselte er leider das Volle, konnte im Abräumen nochmal näher kommen, aber der Satzpunkt blieb mit 185 zu 170 Kegel bei Zavarko. Auf der alles entscheidenden letzten Bahn nahm Martin 1 Kegel Vorsprung aus dem Volle mit. Doch mit zwei schlechten Anwürfen ließ er Zavarko davon ziehen und verlor auch diesen Satz. Der Mannschaftspunkt blieb mit 711 zu 689 Kegel bei den Italiener und die Überraschung somit aus. Michal stand aufgrund der Aufstellung unter Druck, denn dieser Punkt könnte bereits spielentscheidend sein und vor allem entschied er über unsere weitere Aufstellung des Spiels. Im ersten Satz gewann er gegen Florian Thaler mit 163 gleich mal 20 Kegel. Doch diese holte sich der Italiener im zweiten Satz bereits zurück. Im dritten Satz fand Michal wieder nicht richtig ins Spiel und so ging Thaler mit 18 Kegel in Führung. Doch Michal gab nicht auf und kämpfte sich nochmal zurück. Nach dem Volle waren es nur mehr 9 Kegel Rückstand. Im Abräumen machte ihm fehlendes Glück, aber auch der ein oder andere schlechte Anwurf einen Strich durch die Rechnung. Am Ende fehlte mit 602 zu 603 nur 1 Kegel auf Thaler.
Damit standen wir nun mit dem Rücken zur Wand und mussten alles riskieren. Deshalb brachten wir im zweiten Durchgang Matthias Zatschkowitsch gegen Ex-Weltrekordhalter Tamas Kiss. Und diese beiden lieferten sich ein episches Match. Kiss gewann die erste Bahn mit 179 zu 169 Kegel. Doch Matthias schlug mit 182 Kegel im zweiten Satz zurück. Im dritten Satz waren 176 Kegel von Matthias zu wenig und der Satzpunkt ging mit 180 Kegel wieder an den Neo-Italiener. Matthias konnte sich im letzten Satz einen kleinen Vorsprung von 3 Kegel ins Volle herausspielen, was ihn gesamt um 3 Kegel an Kiss heranbrachte. Kiss räumte aber erneut bärenstark ab, hatte auch die notwendigen 9er und behielt erneut mit 187 zu 180 Kegel die Oberhand. Ein Weltklasse-Duell endete somit mit 707 zu 720 Kegel für Tamas Kiss. Ein weiteres spannendes Duell auf hohem Niveau lieferten sich Lukas Temistokle und Armin Egger. Mit 177 Kegel erwischte der junge Italiener den besseren Start und nahm Luki gleich mal 10 Kegel ab. Doch Luki schlug im zweiten Satz mit einem bärenstarken Finish zurück und stellte auf 1:1. Im dritten Satz konnte er sich von Egger absetzen und zog mit 23 Kegel an ihm vorbei. Doch der Neumarkter machte das Duell nochmal gehörig spannend. Ins Volle verkürzte er auf 19 Kegel, konnte aber Luki mit einer 9er-Serie im Abräumen nochmal gehörig unter Druck setzen. Im Endeffekt blieb Luki ein Kegel von seinem Vorsprung über (673:672 Kegel).
Damit hatten wir unseren ersten Mannschaftspunkt und das Spiel war noch nicht zur Gänze entschieden. Allerdings durften nun Honza Mecerod gegen Wolfgang Blaas und Patrick Fritz gegen Georg Righi keinen Satzpunkt mehr abgeben. Doch leider schon im ersten Satz war auch unsere letzte Hoffnung dahin. Honza verlor mit 150 zu 151 Kegel die erste Bahn und Patrick mit 149 zu 166 Kegel. Natürlich sah man unseren Spielern die Enttäuschung gleich mal an und so konnten wir die zweite Bahn vergessen. Im dritten Satz wich dann langsam die Enttäuschung und jeder der beiden wollte noch eine gute Leistung erzielen. Honza spielte eine solide Partie, was an diesem Tag leider zu wenig für die routinierten Wolfang Blaas war. Mit 621 zu 631 Kegel reichte es nur zu einem Satzpunkt, allerdings war es das vierte von fünft engen Duellen, das wir an diesem Tag verloren haben. Patrick raffte sich nach seiner verkorksten zweiten Bahn nochmal auf und konnte am Ende doch noch die 600er Marke knacken.
Wir verloren das Spiel mit 7:1 Mannschaftspunkten, 15:9 Satzpunkten und 3984 zu 3892 Kegel. Gerade die Kegelanzahl zeigt, dass Neumarkt eine Mannschaft von Weltklasseformat ist. Wir hatten sie in Italien am Rande einer Niederlage und haben auch beim Rückspiel gezeigt, dass wir durchaus mithalten können. Daher gibt es für uns keinen Grund großartig enttäuscht zu sein, sondern uns über eine starke Vorstellung in der Champions League zu freuen. Es macht auf jeden Fall Lust auf mehr.